Zur Dauer einer Erkältung – abwarten und Tee trinken?

Husten, Schnupfen, Heiserkeit, leichtes Fieber – eine Erkältung (grippaler Infekt) ist in der Regel harmlos und von kurzer Dauer. Dennoch fühlen sich Betroffene schlapp, sie möchten das Krankenlager so schnell wie möglich verlassen. Die entscheidende Frage ist dann: Wie lange dauert eine Erkältung – und kann man den Infekt verkürzen? Wir informieren Sie darüber.

Bis die Erkältung überstanden ist, dauert es oft länger als den Betroffenen lieb ist.

Vom Anstecken zum Abklingen: Der Verlauf einer Erkältung

Bei einem grippalen Infekt handelt es sich um eine Entzündung der oberen Atemwege, die in den meisten Fällen von Erkältungsviren ausgelöst wird. Ein möglicher Ansteckungsweg der hartnäckigen Erreger sind Tröpfchen, die beim Husten, Niesen oder Sprechen durch die Luft fliegen. Ein weiterer können infizierte Gegenstände wie Türklinken, Telefonhörer oder Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln sein. Aber auch auf der Haut befinden sich unter Umständen Erreger, die zum Beispiel beim Händeschütteln den Wirt wechseln.

Den weiteren Verlauf einer Erkältung kann man sich als Kurve vorstellen, die langsam ansteigt, einen Höhepunkt erreicht und danach wieder abfällt. Im Anfangsstadium sind die Symptome nur leicht ausgeprägt. Betroffene spüren vielleicht ein leichtes Kribbeln und Kratzen im Hals, müssen hin und wieder niesen oder die Nase läuft. Nach diesen ersten Anzeichen steigern sich die Symptome. Am zweiten oder dritten Tag erreichen Beschwerden wie Husten, Schnupfen und Halsweh ihr Maximum und der Erkältete fühlt sich elend. Danach klingen die Symptome langsam wieder ab. Meist beträgt die Dauer eines grippalen Infekts etwa sieben Tage.1

Was beeinflusst die Dauer einer Erkältung?

Wie lange die Erkältung tatsächlich dauert, ist von Mensch zu Mensch verschieden und hängt von mehreren Faktoren ab. Folgendes beeinflusst, wie lange man mit Husten und Schnupfen zu kämpfen hat:

  • die gesundheitliche Verfassung: Chronisch Kranke (zum Beispiel Asthmatiker und Diabetiker), immunschwache Menschen, Senioren und Kinder erholen sich tendenziell langsamer.
  • das Verhalten während der Krankheitsphase: Wer sich schont, kuriert sich in der Regel schneller aus und verkürzt so die Dauer der Erkältung.
  • auftretende Komplikationen: Zum Beispiel, wenn die Viren tiefer in den Körper vordringen oder eine zusätzliche bakterielle Infektion (Superinfektion) auftritt, kann das die Dauer der Erkältung verlängern.

 

Was tun, damit ein grippaler Infekt nicht länger dauert?

Während einer Erkältung ist das Immunsystem geschwächt, daher kann sie sich unter Umständen auch verschlimmern. Mögliche Folgen sind eine Entzündung der Rachenmandeln, der Nasennebenhöhlen oder gar eine Lungenentzündung. Diese schwereren Erkrankungen verlängern die Dauer des Infekts und bringen schlimmere Beschwerden mit sich.

Kurieren Sie eine Erkältung daher richtig aus. Dazu gehört, sich zu schonen und auf Sport sowie andere Anstrengungen zu verzichten. Dann ist eine Erkältung meist auch schnell wieder überstanden.

Hält Ihre Erkältung länger als eine Woche an oder verschlimmern sich die Symptome, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Durch eine gezielte Behandlung kann er die Beschwerden lindern und verhindern, dass sie chronisch werden.

1 HNO-Ärzte im Netz. Abgerufen unter: http://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/schnupfen/anzeichen-und-verlauf.html (Stand: 27.11.2017)

2 Koenighofer et al.: Carrageenan nasal spray in virus confirmed common cold: individual patient data analysis of two randomized controlled trials. Multidisciplinary Respiratory Medicine 2014 9:57. (Subgruppenanalyse mit Probanden, die mit humanem Coronarvirus (hCV) infiziert waren)